Plusenergiehaus von Vivawest: Photovoltaik an Dach und Fassade
News vom: 10.02.2015

Mit Photovoltaik an der Fassade und auf dem Dach wurde ein 1960er-Jahre Wohnhaus zum Plusenergie-Haus: Heute liefert es mehr Strom, als die Bewohner verbrauchen. Zum Konzept gehörte auch eine umfassende energetische Sanierung.
„Intelligente“ Photovoltaik liefert das Plus an Energie

Mit der energetischen Sanierung eines Bottroper Mehrfamilienhauses startete das Wohnungsunternehmen Vivawest ein deutschlandweit einzigartiges Pilotprojekt: Die Immobilie wurde mit modernen Baustoffen und innovativer Technik zum „Plusenergiehaus“ aufgewertet. Jetzt erzeugt sie mehr Energie als ihre Bewohner verbrauchen. Für den größtmöglichen Stromertrag wurden sowohl das Dach als auch die Südfassade mit Photovoltaik-Modulen „veredelt“.

Das Mehrfamilienhaus am Ostring 124 in Bottrop war ein typischer Bau der 1960er-Jahre. Nach der energetischen Sanierung zeigt es nun, 54 Jahre später, innerlich wie äußerlich neuen Glanz. Es ist das erste Plusenergiehaus seiner Art in Deutschland und erzeugt jetzt mehr Energie als seine Bewohner verbrauchen.



Rückblick: Vor der Sanierung 2013/2014 war das Mehrfamilienhaus am Ostring 124 in Bottrop innerlich sowie äußerlich ein typischer Bau der 1960er-Jahre.
Foto: Vivawest




Heute erzeugen zirka 90 Photovoltaik-Elemente an Dach (Nelskamp) und 170 Fassadenelemente (Sto) des Plusenergiehauses mehr als 22.200 kWh Strom jährlich.
Foto: Vivawest



„Primärenergiebedarf“ auf ein Minimum reduziert

Um den Wärmebedarf so gering wie möglich zu halten, ist das Gebäude vom Keller bis zum Dach gedämmt. Dadurch sinkt der Jahresprimärenergiebedarf auf 41 kWh/m2a. Dafür genügt eine durch Erdwärme betriebene Wärmepumpe. Ihre Kollektoren sind mit einer Sole gefüllt, die bei niedrigem Druck Wärme aufnimmt und diese bei höheren Temperaturen (und höherem Druck) wieder abgibt. Die Anlage versorgt so die Warmwasserbereitung und eine Fußbodenheizung. Die großflächige Wärmeverteilung von unten sorgt bei den Bewohnern immer für warme Füße und somit für mehr Behaglichkeit. Es kommt uns wärmer vor, als es tatsächlich ist. Das ermöglicht eine niedrigere Raumtemperatur (und damit geringere Heizkosten) als bei konventionellen Heizverfahren mit Heizkörpern. Die integrierte Lüftung reduziert über Wärmerückgewinnung außerdem Lüftungswärmeverluste und sorgt zugleich für ein angenehmes Raumklima.

Strom von Dach und Fassade
Dank Photovoltaikanlagen an der Fassade und auf dem Dach verfügt das Plusenergiehaus in Bottrop über ein eigenes „Kraftwerk“ auf mehr als 205 Quadratmetern Fläche. Das vorgehängte Fassadensystem von Sto ist an der Südseite der Immobilie installiert. Die mehr als achtzig 1,2 mal 0,6 Meter großen Photovoltaik-Panels wurden in die Unterkonstruktion der Giebelfassade eingehängt und liefern mit weiteren zehn Solarelementen in  Sonderformaten jährlich zirka 4.000 kWh Strom. Alle Paneele bestehen aus einem sehr leichten Solarmodul, das mit einer Dünnschichttechnologie hergestellt und auf der „StoVentec“-Trägerplatte aufgeklebt wird. Außerdem integriert der Systemaufbau eine effiziente Wärmedämmschicht. Die Fassade ist also multifunktional: Sie dämmt, prägt das Gebäude architektonisch und liefert Strom.

Die Dachflächen des Satteldaches sind mit dem „Architekten-Dachstein“ Planum der Dachziegelwerke Nelskamp eingedeckt. Auf seiner porenarmen Oberfläche „Longlife matt“ finden Flechten, Moos oder Algen kaum Halt – das Dach bleibt also lange sauber „wie frisch gedeckt“.

Pro Dachseite sind je 45 monokristalline Hochleistungs-Photovoltaikmodule („1Power“-Anlage mit 270 Wp Leistung von Nelskamp) angebracht. Die Solarelemente erzeugen eine Leistung von insgesamt 24,30 kWp und erbringen durchschnittlich einen jährlichen Stromertrag von 18.200 kWh.

Insgesamt kommt das Gebäude dadurch auf einen Stromertrag von etwa 22.200 kWh/a. Rund 2.600 kWh/a hiervon sind Überschuss, da der Endenergieverbrauch nur etwa 19.600 kWh/a beträgt.


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Smartes Heim
Neben energieeffizienten Großelektrogeräten kommt in allen Wohnungen die neueste Hausautomatisierungstechnik zum Einsatz. Die sogenannte „SmartHome-Technologie“ ermöglicht eine zeitgemäße Steuerung nahezu aller technischen Komponenten von Elektrogeräten über Heizung bis hin zur Beleuchtung. Eine zentrale Steuereinheit verbindet alle Geräte über ein eigenes Funknetzwerk, sie sind dadurch zentral anwählbar. Mit der passenden Software lassen sich die Geräte auch über das Smartphone oder Tablet-PCs individuell bedienen. So gehört ungewollter Stromverbrauch, zum Beispiel durch den Stand-by-Betrieb ungenutzter Geräte, der Vergangenheit an. Die eingesetzte SmartHome-Technologie ist modular einsetzbar und kann dadurch an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden.

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Bautafel
Bauherr: Vivawest Wohnen GmbH
Objekt: Mehrfamilienhaus I Ostring 124 I 46238 Bottrop
Eindeckung: Dachstein „Planum“ I schwarz I
                   Dachziegelwerke Nelskamp, Schermbeck
Fassade: StoVentec ARTline I Sto SE & Co. KGaA
PV-Anlagen: Dach: „1Power“ auf schwarzem Dachstein „Planum“ I
                   Dachziegelwerke Nelskamp, Schermbeck
Fassade: StoVentec ARTline I Sto SE & Co. KGaA I Stühlingen
 
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